Grisu trifft Tabaluga | DRACHENBÄNDIGER VON ZAVANDOR
Die Drachenbändiger von Hanno Girke von Lookout Games für 2 bis 6 Spieler.
Smaug[1]? Nicht wirklich. Deathwing[2]? Träum weiter! Fanfir[3]? Nein. Also keine großen, gepanzerten, mies gelaunten Riesenechsen mit scharfem Atem. Stattdessen ein buntes und inhomogenes Sammelsurium. Es wurd'lt und wus'lt; es kreucht und fleucht. Angst erzeugt das nicht, eher Belustigung.
Und im Grunde geht es auch darum. Es sind keine düsteren Dungeons die ausgeforscht und ausgeräuchtert werden sollen. Es sind auch keine Vulkane im Spiel, auf deren Spitze ein Drache wie eine überdimensionierte Henne sitzt und ausbrütet, welches Dorf er denn als nächstes einebenen und welche Jungfrau er als nächstes verspeisen solle.
Die Drachenbändiger von Zavandor verwehren sich angenehm fast jedwedem Klischee. Freilich ist die Sache in ein fantastisches Szenario, in eine mystische Welt (eben Zavandor) eingebettet, aber die Drachen wollen da so gar nicht dazupassen. Was ja auch nicht verwundert, stammen die zeichnerischen Drachenmütter und -väter aus den unterschiedlichsten Winkeln. Eine Ausschreibung des Kleinverlages Lookout Games sorgte dafür, dass Profi-Grafiker genauso wie Kinder zum gestalterischen Zug kamen. Illustratorisches Empowerment sozusagen.
Und so will das Spiel selbst es auch gar nicht schaffen, so etwas wie Geschlossenheit oder gar Visual Streamlining zu erzeugen. Es ist das bunte Entdecken, in einem spielerisch einfachen Rahmen gebettet, dass motiviert. Es ist das Einschätzen der Mitspieler und die Überraschung beim Aufdecken der Karten. Ein Stichspiel unter vielen, aber so unerhört sympatisch, dass es nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Spaß macht. Drachentöter? Nicht wirklich. Drachenbändiger politisch viel korrekter - schließlich sollen es auch schon die 6jährigen spielen können ohne Tränen in den Augen, weil sie den süßen Gisemück niedermetzeln, in Stücke hacken oder gar häuten müssen.
Und so sucht man Grisu und Tabaluga vergebens. Sie sind nicht dabei, egal wie oft die Karten durchgeschaut werden.
Die Drachenbändiger sind besser als: viele stereotype Spiele mit Drachen.
Die Drachenbändiger sind mindestens gleich gut wie: viele andere Stichspiele, wenn man die Augen zumacht und an Drachen denkt.
Die Drachenbändiger sind schlechter als: Drachengold von Bruno Faidutti.
[1] - Der Kleine Hobbit. [2] - Warcraft [3] - Niebelungenlied
Smaug[1]? Nicht wirklich. Deathwing[2]? Träum weiter! Fanfir[3]? Nein. Also keine großen, gepanzerten, mies gelaunten Riesenechsen mit scharfem Atem. Stattdessen ein buntes und inhomogenes Sammelsurium. Es wurd'lt und wus'lt; es kreucht und fleucht. Angst erzeugt das nicht, eher Belustigung.
Und im Grunde geht es auch darum. Es sind keine düsteren Dungeons die ausgeforscht und ausgeräuchtert werden sollen. Es sind auch keine Vulkane im Spiel, auf deren Spitze ein Drache wie eine überdimensionierte Henne sitzt und ausbrütet, welches Dorf er denn als nächstes einebenen und welche Jungfrau er als nächstes verspeisen solle.
Die Drachenbändiger von Zavandor verwehren sich angenehm fast jedwedem Klischee. Freilich ist die Sache in ein fantastisches Szenario, in eine mystische Welt (eben Zavandor) eingebettet, aber die Drachen wollen da so gar nicht dazupassen. Was ja auch nicht verwundert, stammen die zeichnerischen Drachenmütter und -väter aus den unterschiedlichsten Winkeln. Eine Ausschreibung des Kleinverlages Lookout Games sorgte dafür, dass Profi-Grafiker genauso wie Kinder zum gestalterischen Zug kamen. Illustratorisches Empowerment sozusagen.
Und so will das Spiel selbst es auch gar nicht schaffen, so etwas wie Geschlossenheit oder gar Visual Streamlining zu erzeugen. Es ist das bunte Entdecken, in einem spielerisch einfachen Rahmen gebettet, dass motiviert. Es ist das Einschätzen der Mitspieler und die Überraschung beim Aufdecken der Karten. Ein Stichspiel unter vielen, aber so unerhört sympatisch, dass es nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Spaß macht. Drachentöter? Nicht wirklich. Drachenbändiger politisch viel korrekter - schließlich sollen es auch schon die 6jährigen spielen können ohne Tränen in den Augen, weil sie den süßen Gisemück niedermetzeln, in Stücke hacken oder gar häuten müssen.
Und so sucht man Grisu und Tabaluga vergebens. Sie sind nicht dabei, egal wie oft die Karten durchgeschaut werden.
Die Drachenbändiger sind besser als: viele stereotype Spiele mit Drachen.
Die Drachenbändiger sind mindestens gleich gut wie: viele andere Stichspiele, wenn man die Augen zumacht und an Drachen denkt.
Die Drachenbändiger sind schlechter als: Drachengold von Bruno Faidutti.
[1] - Der Kleine Hobbit. [2] - Warcraft [3] - Niebelungenlied



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